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guckloch-Kino "Die Beste aller Welten"

Die Beste aller Welten
Mo, 11. Februar 2019
20:00 Uhr
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit
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Beschreibung
Österreich, 2017

Regie und Buch: Adrian Goiginger
Produktion: Wolfgang Ritzberger und Nils Dünker
Musik: Dominik Wallner, Manuel Schönegger
Kamera: Yoshi Heimrath, Paul Sprinz
Schnitt: Ingrid Koller
Darsteller: Jeremy Miliker, Lukas Miko, Michael Pink, Michael Fuith, Gabriel Marian Skowerski

103 Minuten

Festivals und Preise:
Österreichischer Filmpreis 2018: Bester Film
Diagonale Graz 2017: Publikumspreis
 
Der Film von Adrian Goiginger erzählt mit autobiographischen Anleihen die Geschichte des siebenjährigen Adrian. Adrian wächst in Salzburg bei seiner Mutter Helga auf. Sie und ihre Freunde sind stark heroinabhängig, der leibliche Vater starb schon vor der Geburt Adrians. Alles verfügbare Geld wird für Heroin ausgegeben, Existenznot gehört zum Alltag. Helga versucht ihre Sucht vor ihrem Sohn zu verbergen, sie liebt ihn über alles und möchte ihm die bestmögliche Mutter sein. Sie ist zerrissen in dem Zwiespalt für ihren Sohn gut zu sorgen und ihre innere Leere mit Hilfe der Drogen zu füllen. Adrian verbringt gerne und viel Zeit mit seiner Mutter, Günter, den Lebensgefährten der Mutter kann er auch gut leiden.
Der Film wird im Rahmen der Aktionswoche für Kinder suchtkranker Eltern gezeigt, die jedes Jahr im Februar von NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e.V. veranstaltet wird, dieses Jahr vom 10.-16.2.2019. Kinder suchtkranker Eltern, sogenannte COAs (Children of Addicts) sind die größte bekannte Suchtrisikogruppe. Ihr Risiko, als Erwachsene selbst suchtkrank zu werden, ist im Vergleich zu Kindern aus nicht-süchtigen Familien bis zu sechsfach erhöht. In Deutschland leben heute schätzungsweise 2,65 Millionen Kinder mit alkoholkranken Eltern unter einem Dach. Noch einmal 40.000 bis 60.000 Kinder haben Eltern, die von illegalen Suchtmitteln abhängig sind. Fast jedes sechste Kind kommt aus einer Suchtfamilie. Etwa ein Drittel dieser Kinder wird im Erwachsenenalter alkohol-, drogen- oder medikamentenabhängig. Ein Drittel entwickelt psychische oder soziale Störungen (teilweise überlappend mit dem ersten Drittel) und ein Drittel kommt mehr oder weniger unbeschadet davon. Viele erwachsene Kinder aus suchtbelasteten Familien suchen sich wieder eine/n süchtige/n Lebenspartner/in, kämpfen mit psychosomatischen Störungen, nichtstofflichen Abhängigkeiten und tun sich allgemein schwer, ihren Platz im Leben zu finden.
Viele Kinder erleben genau diese Zustände, denen Adrian im Film ausgeliefert ist. Der Film zeigt sehr gut die unterschiedlichen Gemütszustände von Helga und ihrem Freund Günter. Mal sind sie aufgrund des Drogenkonsums euphorisch und überschäumend, andererseits müde und niedergeschlagen und für Adrian nicht ansprechbar. Adrian erlebt das, was die meisten COAs erleben, keine Verlässlichkeit der Eltern, schon früh müssen diese Kinder Verantwortung für sich und ihre Eltern übernehmen. Wenn Adrian alles zu viel wird, flüchtet er in seine eigene Fantasiewelt und träumt davon ein Abenteurer zu werden.

Aber Sucht und ihre Folgen müssen kein unabänderliches Schicksal für die Kinder darstellen. Diese Kinder haben gute Chancen, sich zu gesunden, reifen, lebenstüchtigen Erwachsenen zu entwickeln, wenn sie entsprechend unterstützt werden. Vertrauensvolle und sichere Beziehungen zu anderen Erwachsenen (liebevolle Großeltern, Verwandte, Lehrer/innen, Erzieher/innen oder Nachbar/innen) ermöglichen es den Kindern, sich sicher und angenommen zu fühlen, gesundes Beziehungsverhalten zu erlernen und über ihre Ängste und Nöte sprechen zu können. Die heilsame Kraft, die solchen sicheren Beziehungen innewohnt, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die bwlv Fachstelle Sucht im Schwarzwald-Baar-Kreis gestaltet aus diesem Grund zwei Gruppen für COAs, einmal für Kinder von 8-12 Jahre und für Teenies von 13-15 Jahre.

Dieser Film ist besonders sehenswert, stellt er das Schicksal dieser Kinder in den Mittelpunkt und dies auf eine besonders sensible und ehrliche Art und Weise, ohne das Elend zu beschönigen und ohne auf der Mitleidschiene zu fahren. Die Geschichte ist schmerzhaft und aufwühlend, besonders auch deshalb, weil Adrian Goiginger hier seine eigene Geschichte erzählt. Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit, mit dem Fachstellenleiter der bwlv Fachstelle Sucht Andreas Menge-Altenburger ins Gespräch zu kommen.
Beratung und Hilfe für betroffene Eltern und Kinder gibt es bei der bwlv Fachstelle Sucht, Großherzog-Karl-Str. 6, 78050 Villingen-Schwenningen oder in der Außenstelle Karlstr. 4, 78166 Donaueschingen, Fon 07721.878646-0.

Zusammengestellt von Andreas Menge-Altenburger.
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Veranstaltungsort
CineBaar Kino Donaueschingen
Friedhofstraße
Altes Kasernenkino
Gebäude 008
78166 Donaueschingen
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Kosten
Eintritt: 5,00 €/3,50 € ermäßigt/4,00 € Mitglieder
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Hinweise
Weitere Informationen sind auch unter www.guckloch-kino.de erhältlich.

  • Diese Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt
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Veranstalter
guckloch Kino e.V. in Kooperation mit der Stadt Donaueschingen
und in Kooperation mit der Fachstelle Sucht Villingen-Schwenningen
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