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Veranstaltung

guckloch-Kino "Grace à Dieu - Gelobt sei Gott"

Mo, 13. Januar 2020
20:00 Uhr
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit
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Beschreibung
Der 40-jährige Alexandre lebt mit Frau und Kindern in Lyon. Eines Tages sieht er auf einem Foto in der Zeitung, dass der Priester, von dem er in seiner Pfadfinderzeit sexuell missbraucht wurde, immer noch mit Kindern arbeitet. Er beschließt zu handeln und fordert eine innerkirchliche Aufarbeitung seines Falls. Doch die Kirche blockt. Sie hat zwar eine Mediatorin eingesetzt, die Priester und Opfer an einen Tisch holt, aber mehr als eine Entschuldigung des Täters wird nicht angestrebt, und selbst diese bleibt der Priester in diesem Fall schuldig. Enttäuscht sucht Alexandre daraufhin den Kontakt zu anderen Missbrauchsopfern. Gegenseitig geben sie sich Kraft und kämpfen gemeinsam dafür, das Schweigen, das über ihrem Martyrium liegt, zu brechen. Ihr Widerstand formiert sich in dem Verein „La Parole Liberée“ und wird zu einer Lawine, die am Ende nicht mehr aufzuhalten ist…

François Ozon hat sich beim Schreiben des Drehbuchs tatsachengetreu an die Ereignisse im Missbrauchsskandal von Lyon gehalten. »Im Mittelpunkt standen für mich die persönlichen Geschichten der Männer, die als Kinder missbraucht wurden, und zwar aus deren Opferperspektive«, sagte er in einem Interview. »Bei den Figuren aus ihrem näheren Umfeld habe ich mir etwas mehr künstlerische Freiheit erlaubt, wobei ich ihre Erzählungen und Aussagen wahrheits- bzw. sinngemäß dargestellt habe. Ich habe ihre Familiennamen geändert und sie zu fiktionalen Helden gemacht, anders als bei Kardinal Barbarin und dem Priester Preynat.« Der Kardinal und der Pater tragen im Film auch ihre richtigen Namen. Beide haben versucht, die Aufführung des Films juristisch zu unterbinden, sind aber gescheitert. Im März 2019 hat nach Angaben des Filmverleihs ein Gericht Kardinal Barbarin in erster Instanz zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt, wegen Nichtanzeige der sexuellen Übergriffe auf Minderjährige und unterlassener Hilfeleistung. Er hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Gegen Pater Preynat wurde 2016 Anklage erhoben; ein Gerichtstermin stand im Herbst letzten Jahres noch aus. Außerdem läuft gegen ihn ein kirchenrechtliches Verfahren.
 
Der deutsche Verleihtitel Gelobt sei Gott gibt leider nicht die doppelte Bedeutung des französischen Grace à Dieu wieder, was ja sowohl „Dank sei Gott“ als auch „Gott sei Dank“ heißen kann. Der französische Originaltitel spielt auch darauf an, dass bei einer Pressekonferenz Kardinal Barbarin laut „epd-film“ erleichtert erklärt hatte, die meisten der mutmaßlich über 70 vorgeworfenen Missbrauchsfälle seien bereits verjährt.
 
François Ozon ist ein emotional spannender Film gelungen, der gleichzeitig betont sachlich gehalten ist. Ozon sagt dazu: »Die Idee war nicht, die Kirche zu verdammen, sondern ihre Widersprüche und die Komplexität der Geschehnisse aufzuzeigen. In einer Szene erklärt eine der Filmfiguren ihr Engagement in La Parole Liberée so: „Ich tue das für die Kirche, nicht gegen sie.“« Weil er an der Opferperspektive interessiert ist, schildert er ab der Hälfte des Films aber auch, welche Konflikte innerhalb der Familien, Beziehungen und am Arbeitsplatz aufbrechen können, wenn sich jemand mit der mächtigen Institution Kirche anlegt, die noch immer in erster Linie ein geschützter Raum für die Täter zu sein scheint.
 
zusammengestellt von Klaus Peter Karger
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Veranstaltungsort
CineBaar Kino Donaueschingen
Friedhofstraße
Altes Kasernenkino
Gebäude 008
78166 Donaueschingen
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Kosten
Eintritt: 6,00 €/4,00 € ermäßigt/5,00 € Mitglieder
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Hinweise
Weitere Informationen sind auch unter www.guckloch-kino.de erhältlich.

  • Diese Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt
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Veranstalter
guckloch Kino e.V. in Kooperation mit der Stadt Donaueschingen
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