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Veranstaltung

guckloch-Kino "Gott existiert, ihr Name ist Petrunya"

Mo, 9. März 2020
20:00-22:00 Uhr
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit
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Beschreibung
Im Wettbewerb der Berlinale 2019 avancierte Gott existiert, ihr Name ist Petrunya zu einem der Publikumsfavoriten. Kein Wunder, denn der Film, der schon bald das Etikett einer „feministischen Komödie“ verpasst bekam, ist überaus unterhaltend, ja mitunter geradezu zum Schreien komisch.
Die titelgebende Protagonistin ist eine 32-jährige arbeitslose, promovierte Historikerin, welche noch immer bei ihren Eltern – irgendwo in der mazedonischen Provinz – lebt. Dort erträgt sie die entwürdigendsten Bewerbungsgespräche ebenso stoisch wie die schnippischen Bemerkungen ihrer Mutter über ihre Kleidung oder Körperfülle. Einem spontanen Impuls folgend, katapultiert sie sich jedoch in eine kaum zu übertreffende Groteske.
 
In vielen Gegenden der orthodoxen Christen gibt es zu Epiphanias Rituale, bei denen von einem Priester ein Kreuz in einen Fluss oder See geworfen wird, worauf eine Menge junger Männer hinterher springt, um das Kreuz wieder empor zu holen. Wer das Kreuz ans Ufer bringt, dem wird es ein Jahr lang Glück bringen. Natürlich ist dieses Ritual ausschließlich Männern vorbehalten und als Petrunya ebenfalls ins Wasser springt, und es ihr sogar gelingt, das Kreuz zu bergen, verursacht dies einen Sturm der Entrüstung. Die Kirche beschuldigt sie, das Kreuz gestohlen zu haben. Doch natürlich handelt es sich hier nicht um ein juristisches Problem und so ist der örtliche Polizist als verlängerter, weltlicher Arm der kirchlichen Obrigkeit zunächst etwas ratlos. Immerhin setzt er Petrunya erst mal fest, nur um schon bald festzustellen, dass er sie eigentlich weder verhaften noch wieder laufen lassen kann. Als ein Handy-Video, welches zeigt, wie sie das Kreuz aus dem Fluss birgt, zum viralen Hit wird, und sich schließlich auch noch eine TV-Reporterin mit Kameramann im Schlepptau zu Petrunyas Unterstützung einmischt, droht die Angelegenheit endgültig aus dem Ruder zu laufen.
 
Das Drehbuch, welches die Regisseurin gemeinsam mit Elma Tataragic schrieb, mag nicht immer das subtilste sein, aber das dürfte bei einer solchen Groteske auch nicht das Ziel der beiden Autorinnen gewesen sein. Wichtiger ist, dass es die Balance zwischen sozialkritischem (Melo-)Drama und beißender Satire hält und ausnützt. Vor allem aber gibt es Zorica Nusheva, die hier ihr Schauspieldebut gibt, die Gelegenheit zu einer wahren Tour de force in ihrer Darstellung der Petrunya. Während die Situation in der Polizeiwache langsam zu eskalieren droht, entwickelt sich Petrunya von einer Frau, die anfänglich wenig Selbstbewusstsein hat, und fast abgestumpft wirkt, zu einer Person, die mit Mutterwitz und Chuzpe für ihr Glück kämpft.
 
Richard Hehn
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Veranstaltungsort
CineBaar Kino Donaueschingen
Friedhofstraße
Altes Kasernenkino
Gebäude 008
78166 Donaueschingen
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Kosten
Eintritt: 6,00 €/4,00 € ermäßigt/5,00 € Mitglieder
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Hinweise
Weitere Informationen sind auch unter www.guckloch-kino.de erhältlich.

  • Diese Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt
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Veranstalter
guckloch e.V. in Kooperation mit dem Frauenforum Donaueschingen
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