Aufgrund des seit Anfang 2025 geltenden Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) sind Änderungen im Schwarzwald-Baar-Klinikum unvermeidbar. Die Krankenhausreform hat unter anderem auch Auswirkungen auf den Klinikstandort Donaueschingen. Gemäß dem KHVVG ist der Weiterbetrieb des Donaueschinger Klinikums in der bisherigen Form nicht mehr zulässig.

Bürgermeister des Südkreises formulieren Appell zur ambulanten Notversorgung

Die Bürgermeister des südlichen Schwarzwald-Baar-Kreises Jonathan Berggötz (Bad Dürrheim), Markus Keller (Blumberg), Micha Bächle (Bräunlingen), Michael Schmitt (Brigachtal), Erik Pauly und Severin Graf (Donaueschingen) sowie Patrick Haas (Hüfingen) setzen sich in einem gemeinsamen Appell an die Trägergremien des Schwarzwald-Baar-Klinikums für eine nachhaltige Sicherung der regionalen Notfallversorgung ein.

Die Entscheidung über die Zukunft des Klinikstandorts Donaueschingen steht kurz bevor. Angesichts dieser grundlegenden Veränderung der Kliniklandschaft beziehen auf Initiative des Donaueschinger Oberbürgermeisters Erik Pauly die Bürgermeister der Südbaar klar Stellung: In einem gemeinsamen Appell fordern sie die Trägergremien auf, dass das Klinikum bei einer Schließung des Klinikstandorts in Donaueschingen einen Teil der dadurch erzielten Einsparungen für den Aufbau einer ambulanten Notfallversorgung im südlichen Schwarzwald-Baar-Kreis einsetzt.

Das Gutachten von WMC Healthcare prognostiziert bei der Schließung Einsparungen von rund 77,5 Millionen Euro in den kommenden 10 Jahren. Im Appell fordern die Bürgermeister im Ausgleich für die Schließung des Klinikstandorts Donaueschingen einen substanziellen finanziellen Beitrag in den Aufbau einer ambulanten Notfallversorgung im Südkreis zu leisten.  Ziel sei eine ausgewogene ärztliche Versorgung im gesamten Schwarzwald-Baar-Kreis, die den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger im Schwarzwald-Baar-Kreis gerecht wird.

„Wenn das Klinikum nur ein Zehntel dieser Einsparungen für den Aufbau einer ambulanten Notfallversorgung im Südkreis einsetzt, stehen für dieses Projekt 775.000 Euro jährlich für die nächsten 10 Jahre zur Verfügung. Bei einer Schließung des Donaueschinger Klinikstandorts halte ich es für angemessen, wenn zumindest ein kleiner Teil der dadurch erzielten Einsparungen wieder in die ärztliche Versorgung des Südkreises zurückfließt. Dies sollte eine Selbstverständlichkeit sein!" erklärt Oberbürgermeister Erik Pauly.

Der Appell im Wortlaut

Sitzung des Gemeinderates der Stadt Villingen-Schwenningen am Mittwoch, 20. Mai - Thema unter anderem: Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen Schwenningen GmbH Zukunft der Betriebsstätte Donaueschingen

Der Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen hat am Mittwoch, 20. Mai, unter anderem über die Zukunft der Betriebsstätte Donaueschingen des Schwarzwald-Baar Klinikums beraten und beschlossen.

Sitzungsdrucksache_vom_20._Mai_206.pdf

Beschlussniederschrift_vom_20._Mai_2026.pdf

Sitzung des Kreistags am Montag, 11. Mai – Themen unter anderem: Schwarzwald-Baar Klinikum – Zukunft Standort Donaueschingen

Der Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises tagt am Montag, 11. Mai, um 15 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes in VS-Villingen. In der Sitzung wird unter anderem über die weitere Zukunft des Schwarzwald-Baar Klinikums mit der Betriebsstätte Donaueschingen beraten und beschlossen. Hierzu hat der Kreistag bereits zusammen mit dem Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen im Oktober 2025 in VS-Schwenningen getagt. Dabei wurde das Gutachten der Unternehmensberatung WMC vorgestellt. Anschließend konnten sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über den aktuellen Stand informieren. Am 15. April fand nun eine weitere Kreistagssitzung mit dem Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen in Donaueschingen statt. Dabei wurde das von der Stadt Donaueschingen beauftragte Gutachten der Beratungsfirma HCS vorgestellt und die Bürgerinnen und Bürger konnten sich erneut informieren.

Am 30. April tagte der Aufsichtsrat der Schwarzwald-Baar Klinikum Villingen-Schwenningen GmbH und hat für die beiden Trägergremien, den Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises und den Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen, einen Empfehlungsbeschluss gefasst, über den der Kreistag am 11. Mai Beschluss gefasst hat.

Tischvorlage Kreistagssitzung vom 11. Mai 2026

Beschlussniederschrift Kreistagssitzung vom 11. Mai 2026

Der Kreistag hat am 11. Mai mit großer Mehrheit beschlossen, den Klinikstandort Donaueschingen als orthopädische Fachklinik nach einer Übergangsphase bis zur Errichtung eines Anbaus am Standort Villingen-Schwenningen zu schließen. Oberbürgermeister Erik Pauly erläutert im folgenden Video, warum er dem Beschluss zugestimmt hat und wie sich die Stadt Donaueschingen weiterhin für eine gute medizinische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger einsetzen wird.

Informationsveranstaltung Krankenhausstruktur im Schwarzwald-Baar-Kreis am 15. April 2026

Das Landratsamt, die Stadt Villingen-Schwenningen und das Schwarzwald-Baar Klinikum luden am 15. April 2026 zu einer weiteren Informationsveranstaltung zur Krankenhausstruktur im Schwarzwald-Baar-Kreis ein. Besucher hatten die Möglichkeit, sich im Rahmen der Veranstaltung über den aktuellen Stand der Überlegungen zu informieren.

Weitere Informationen zur Krankenhausstruktur im Schwarzwald-Baar-Kreis

Zum Sachstand

WMC-Gutachten

Im Auftrag der Schwarzwald-Baar Klinikum GmbH hat die Beratungsgesellschaft WMC 2025 ein Gutachten zur Zukunft der Kliniksituation im Schwarzwald-Baar-Kreis erstellt (WMC-Gutachten).

Das WMC-Gutachten wurde in einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 11. Oktober 2025 in Schwenningen vorgestellt.

WMC Gutachten zur Zukunft der Krankenhauslandschaft im Schwarzwald-Baar-Kreis

HCS-Plausibilisierungsgutachten

Die Stadt Donaueschingen hat das Büro HCS Partner mit der Plausibilisierung des WMC-Gutachtens beauftragt. Die Plausibilisierungsuntersuchung der Zukunftsoptionen für den Klinikstandort Donaueschingen von HCS Partner liegt nun vor.

HCS-Plausibilisierungsgutachten Klinikstandort Donaueschingen

Aktuell geplante Veränderungen

Von der Schwarzwald-Baar Klinikum GmbH bereits entschieden wurde, dass das Donaueschinger Klinikum - voraussichtlich ab 2027 - in eine orthopädische Fachklinik umgewandelt wird.

Offene Entscheidung

Noch offen ist, ob der Klinikstandort Donaueschingen dauerhaft als orthopädische Fachklinik weiterbetrieben wird oder nach einer Übergangsphase im Jahr 2031 aufgegeben und mit allen Fachabteilungen zum Standort Villingen-Schwenningen verlagert wird.

Hintergrund dafür ist das Ergebnis des WMC-Gutachtens, aus dem hervorgeht, dass es aus wirtschaftlicher Sicht, am besten wäre mittelfristig alle stationären medizinischen Leistungen von Donaueschingen nach Villingen-Schwenningen umzusiedeln. Das WMC-Gutachten geht bei dieser langfristigen Konsolidierung in Villingen-Schwenningen von einem Einsparpotential in Höhe von rund 77 Millionen Euro aus.

Die Plausibilisierungsuntersuchung von HCS Partner betrachtet die vollständige Konzentration der stationären Akutversorgung am Hauptstandort Villingen-Schwenningen aus rein finanzieller Sicht ebenfalls als die sinnvollste Option. Gemäß der Plausibilisierungsuntersuchung verringert sich das Einsparpotential einer Konsolidierung auf bis zu rund 15 Millionen Euro. Die Option eines dauerhaften Weiterbetriebs von Donaueschingen als Fachklinik bleibt selbst unter diesen Annahmen jedoch defizitär.

Die Entscheidung muss von den Gesellschaftergremien - also dem Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises und dem Gemeinderat der Stadt Villingen-Schwenningen - getroffen werden. Der Stadt Donaueschingen steht bei dieser Entscheidung keinerlei Mitspracherecht zu. Der Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises tagt am Montag, 11. Mai, um 15 Uhr im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes in VS-Villingen und berät unter anderem über die Zukunft des Schwarzwald-Baar-Klinikums - Standort Donaueschingen.