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Pressemitteilung

Besucherlenkungskonzept für den Riedsee nimmt Form an


Am Riedsee ist an sonnigen Wochenenden viel los. Es tummeln sich Badegäste, Angler, Dauercamper und Tagestouristen von Nah und Fern. Manche erkunden auch das Gewässer mit Stand-up-Paddle, Kanu oder Schlauchboot. Aber nicht nur die Menschen fühlen sich hier wohl: Der Riedsee beheimatet auch viele schützenswerte Tiere und Biotope.

Doch in den vergangenen Jahren gab es häufiger Konflikte zwischen den verschiedenen Nutzungsansprüchen an dem Pfohrener Riedsee. Dauercamper beschwerten sich über den Lärm von nächtlichen Parties, die Angler mussten zwischen dem Müll von Badegästen angeln, und empfindliche Brutvögel wurden durch Besucher gestört, die sich nicht an Sperrungen hielten. Wildes Parken gibt es an verschiedenen Stellen. Die Stadt hat deshalb ein Besucherlenkungskonzept in Auftrag gegeben, das für eine Entflechtung der Nutzungsansprüche sorgen soll.

Bearbeitet wird das Besucherlenkungskonzept durch die Umweltwissenschaftlerin und Mediatorin für Umweltkonflikte Franziska Parton von der BHM Planungsgesellschaft. Sie besuchte diesen Sommer den Riedsee einige Male, um die lokalen Akteure vor Ort anzutreffen und zu interviewen. „Ein richtiger Schatz, den die Pfohrener hier vor Ort haben, und dieser sollte auch von allen entsprechend Wertschätzung erfahren, meint Parton.

Nach der Recherche vor Ort werden nun im Herbst und Winter die Ergebnisse zusammengetragen und es wird ein Maßnahmenkonzept entwickelt. Dazu zählt unter anderem ein einheitliches Beschilderungs- und Informationskonzept sowie Informationen zu der geschützten Flora und Fauna des Riedsees. Doch Schilder allein werden das Problem nicht lösen. Lärm und Müll sowie das Betreten geschützter Bereiche müssen unterbunden werden.

Hier ist aber auch die Eigenverantwortung der Besucher wesentlich. Parton meint: „Es braucht verlässliche Absprachen zwischen den Akteuren hier am Riedsee, um gute Lösungen für die Vereinbarkeit ihrer verschiedenen Ansprüche an den Ort zu finden.“ Beispielhaft sei da die Kommunikation zwischen dem Angelverein und Vertreter/innen des Naturschutzes bezüglich der Vogelbrutzeiten. Hier habe man sich darauf geeinigt, bestimmte Flächen während der Brutzeit nicht zu betreten. Solche Absprachen brauche es mehr.

Umweltbeauftragter Gerhard Bronner weist auf die überregionale Bedeutung des Riedsees für schützenswerte Vogelarten hin. Zu ihnen gehören unter anderem der Haubentaucher, Kolbenente und Teichrohrsänger sowie zahlreiche Wintergäste wie Kormoran, Silberreiher und Gänsesäger. Sogar Pirol, Beutelmeise und Nachtreiher wurden hier schon nachgewiesen.

Ortsvorsteher Gerhard Feucht ist es ein Anliegen, dass verträgliche traditionelle Nutzungen durch die Pfohrener Bevölkerung weiterhin möglich bleiben. Ein Ansatzpunkt für die Steuerung der Besucher soll die Regelung der Zugänglichkeit mit Fahrzeugen sowie die Parkraumbewirtschaftung sein.

2021-09-29_RiedseeDer Riedsee muss vielfältigen Nutzungsansprüchen genügen        Bild: F.Parton

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