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Pressemitteilung

Oberbürgermeister informieren sich beim Verein Hagelabwehr Südwest


Wenn alle anderen Flugzeuge auf dem Donaueschinger Flugplatz am Boden bleiben, weil dunkle Gewitterwolken aufziehen, startet eines trotzdem – oder eben gerade deswegen: der Hagelabwehrflieger.

Nach dem schlimmen Hagelschlag im Jahr 2006, der nicht nur immensen materiellen Schaden in der gesamten Region, sondern bei den Betroffenen auch seelische Erschütterungen hinterlassen hat, schlossen sich einige Betroffene und andere Unterstützer zusammen. 2009 wurde dann der Verein Hagelabwehr Südwest gegründet.

Seitdem ist der vereinseigene Hagelabwehrflieger immer dann im Einsatz, wenn gefährliche Wetterlagen und Hagel drohen. 2021 gab es bereits enormes Unwetterpotential, wie Pilot Markus Duwe berichtete. Wenn er also in Donaueschingen startet, ist sein Auftrag, Silberjodid in den Wolken zu versprühen. Das sorgt dafür, dass die Wolken abregnen. So können sich keine großen Hagelkörner mehr bilden. Die Silberjodid-Tanks sind an den Tragflächen des Fliegers angebracht.

Die genaue Vorgehensweise erklärte der Vorsitzende des Vereins, Peter Hellstern, nun auch der Oberbürgermeisterin und den Oberbürgermeistern aus den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Tuttlingen und Rottweil. Der Verein hat Erik Pauly aus Donaueschingen, Ralf Broß aus Rottweil, Dorothee Eisenlohr aus Schramberg, Michael Beck aus Tuttlingen und Jürgen Roth aus Villingen-Schwenningen eingeladen, um neue Erkenntnisse und auch die finanzielle Situation des Vereins vorzustellen.

„Seit 2009, seit unser Hagelabwehrflieger aktiv ist, sind keine nennenswerten Hagelschäden mehr im Schwarzwald-Baar-Kreis und dem Landkreis Tuttlingen aufgetreten“, erläuterte Peter Hellstern. Beweise über die Wirksamkeit der Methode lieferten auch die Videoaufzeichnungen, die der Verein den Gästen ebenfalls präsentierte. Auch Versicherungen würden sich inzwischen für Hagelabwehrflieger aussprechen, ein Versicherer unterhalte sogar zwei eigene Flugzeuge.

Von den insgesamt sieben Vereinen zur Hagelabwehr in Deutschland sei der Verein Hagelabwehr Südwest der einzige ehrenamtlich geführte. Er ist somit auch weiterhin auf Mitglieder und Spenden angewiesen. Dank der bisherigen Spenden und Mitgliedsbeiträge sei der Hagelabwehrflieger, der in den Bereichen Schwarzwald-Baar und Tuttlingen im Einsatz ist, finanziert.

Um jedoch auch künftig gut auf drohende Starkregenereignisse mit Hagel reagieren zu können und um auch den Landkreis Rottweil abdecken zu können, müsste ein zweites Flugzeug angeschafft werden. Das würde Kosten von rund 130.000 Euro jährlich mit sich bringen.

Die Oberbürgermeisterin und die Oberbürgermeister waren sich einig und sprachen sich dafür aus, dass auch künftig der Bevölkerungsschutz von großer Bedeutung ist und ausgeweitet werden sollte. Schließlich seien es ja nicht nur einzelne Gemeinden, die von der Hagelabwehr profitieren und so sollten auch die Kosten solidarisch getragen werden.

Villingen-Schwenningen ist bereits Mitglied im Verein Hagelabwehr Südwest, die anderen anwesenden Oberbürgermeister sagten zu, die Mitgliedschaft im Hagelabwehrfliegerverein auf die Tagesordnung der jeweiligen Gremien zu nehmen. Im nächsten Schritt sollen weitere Möglichkeiten für den Verein geschaffen werden, sich zu präsentieren, um weitere Mitglieder zu gewinnen.

Hagelabwehr Treffen Oberbürgermeister
Schrambergs Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr (v.l.), der Geschäftsführer der Flugplatz GmbH Eckhart Pauly, Horst Scheidt (2. Vorsitzender des Vereins), Rolf Münsterberg (Schatzmeister des Vereins), Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jürgen Roth, Peter Hellstern (1. Vorsitzender des Vereins), Rottweils Oberbürgermeister Ralf Broß, Markus Duwe (Pilot und Geschäftsführer der Firma Jumara), Tuttlingens Oberbürgermeister Michael Beck und Donaueschingens Oberbürgermeister Erik Pauly warfen auf dem Donaueschinger Flugplatz auch einen Blick auf den Hagelabwehrflieger.

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