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Pressemitteilung

Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren e.V. im Einsatz für die Umwelt


Renaturierungsmaßnahmen, Müllsammelaktionen und Aufwertung von Ökosystemen – all das sind Aktivitäten, die man zunächst nicht in erster Linie einem Angelverein zuschreiben würde. Doch der Gewässer- und Naturschutz hat für die Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren einen sehr hohen Stellenwert. Der rücksichtsvolle Umgang mit Gewässern steht beim Verein, der zurzeit rund 200 Mitglieder zählt, im Fokus. Zahllose Arbeitsstunden verbringen die Mitglieder mit Gewässerreinigungen, Aufwertung von Ökosystemen und Renaturierungsprojekten, die sie in enger Abstimmung mit dem Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbands Donaueschingen vornehmen.

Ein umfangsreiches Projekt dieser Art ist die Renaturierung des Bulzengrabens, für das im Juni 2021 der Startschuss fiel. Das in früheren Jahren wasserbautechnisch begradigte Gewässer wird von den Anglern in Handarbeit wieder naturnah gestaltet. Hierzu werden im Bachbett mit dem Einbringen von Störsteinen, Holzbuhnen und Pflanzen Strukturen geschaffen. „Das trägt zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen vieler Tier- und Pflanzenarten bei. Beispielsweise findet man hier wieder Steinfliegenlarven, was für eine sehr gute Wasserqualität spricht“, erklären der Vereinsvorsitzende Werner Mattes und Gewässerwart Volker Müller. Der Bulzengraben selber wird von den Anglern nicht befischt, weil das Gewässer als Kinderstube zahlreicher Fischarten gilt.

„Wir sind dankbar, dass wir auch in diesem Bereich einen so engagierten Verein in unserer Stadt haben. Sie leisten einen großen Beitrag zum Schutz und die Entwicklung unserer heimischen Gewässer und bringen ihr Expertenwissen in vielen Bereichen zum Einsatz. Uns ist durchaus bewusst, wie viel Aufwand und Engagement beispielsweise für zusätzliche Aufgaben wie Elektrobefischungen und Renaturierungen notwendig ist. Sie investieren einen großen Teil ihrer Freizeit in zahlreiche Projekte – dafür vielen Dank!“, hob Oberbürgermeister Erik Pauly lobend hervor, der beeindruckt von den vielen Einsatzbereichen war. Auch Pfohrens Ortsvorsteher Gerhard Feucht bedankte sich für die vielfältigen und unermüdlichen Aktivitäten der Angler.    

Bei der Renaturierung des Donauzusammenflusses leisten die Angler ebenfalls einen wichtigen Beitrag. Jedes Mal, bevor die Bagger anrückten, haben die Angler mittels Elektrobefischung den Fischbestand geborgen und in einem anderen Gewässerabschnitt wieder in die Freiheit entlassen. 

Von Anfang an begleiteten sie die Maßnahme und haben beim Großprojekt allein im vergangenen Jahr bei insgesamt fünf Bestandsbergungen 62.320 Fische, 22 Fischarten in 684 Arbeitsstunden dokumentiert. Bei zehn Bestandsbergungen in diesem Jahr wurden in 615 Arbeitsstunden 18.816 Fische und 21 Fischarten dokumentiert.

Auch hier ist die Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren im Einsatz: bei der alten Stillen Musel, die vor vielen Jahren Opfer wasserbaulicher Regulierung wurde. Schon vor einiger Zeit wurden dort eingesetzte Sohlschalen entnommen, jetzt will die Stadt Donaueschingen über einen weiteren Abschnitt von etwa 900 Metern die Sohlschalen entnehmen und das Gewässer insgesamt wieder renaturieren, damit Fische und wasserbewohnende Kleinstlebewesen Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten bekommen. Die Anglervereinigung hilft auch hier mit, mittels Elektrobefischung den Fischbestand zu bergen und an anderer Stelle wieder freizulassen.

Schon seit vielen Jahren, seit dem Jahr 2013 ist die Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren mit der Aufwertung des Ökosystems Riedsee beschäftigt. In den Jahren 2013 bis 2021 brachte es der Verein hier auf insgesamt 2.180 Arbeitsstunden. Die Gehölzpflege, die Einbringung von Laichsubstrat, in dem Fische ihre Eier ablegen können und auch das Einbringen von sogenannten „Unterständen“ für die Fische, die sie vor den Kormoranen schützen sollen, gehören zu den ständigen Aufgaben der Vereinsmitglieder.

Mit regelmäßigen Müllsammelaktionen will der Verein, bei dem die Jugendarbeit großgeschrieben wird, nicht nur für ein funktionierendes Ökosystem sorgen und die Umwelt schützen, sondern auch in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Umwelt steigern.

Nach getaner Arbeit widmen sich die Mitglieder der Anglervereinigung Donaueschingen/Pfohren doch auch gerne dem Angeln, aber auch hier legen sie Wert auf Umweltverträglichkeit. Schonzeiten und Mindestmaße der geangelten Fische sind gesetzlich vorgeschrieben. Die 120 aktiven Fischer des Vereins haben sich auf längere Schonzeiten und auch größere Mindestmaße der Fische geeinigt. Auf ihrer Homepage stellen sie ihre Tätigkeiten vor: www.avdonaueschingen-pfohren.de

2021-09-30_Anglervereinigung_DonaueschingenPfohrenGewässerwart Volker Müller (links) und der Vereinsvorsitzende der Anglervereinigung Donaueschingen-Pfohren Werner Mattes (rechts) stellten Stefany Lambotte vom Umweltbüro des Gemeindeverwaltungsverbands Donaueschingen, Oberbürgermeister Erik Pauly und Pfohrens Ortsvorsteher Gerhard Feucht ihre Aktivitäten vor. Auch der Bulzengraben (ein Teil davon ist hier im Bild zu sehen), wird von den Vereinsmitgliedern gehegt und gepflegt.

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