Dach- und Fassadensanierung an der Heinrich-Feurstein-Schule abgeschlossen


Die Sanierungsarbeiten an der Heinrich-Feurstein-Schule sind beendet. Von September 2025 bis Juli 2026 wurde das über 115 Jahre alte, stadtbildprägende Schulgebäude umfassend an Dach, Fassade und Fenstern saniert und damit nachhaltig für die kommenden Jahrzehnte gesichert.

Oberbürgermeister Erik Pauly richtete seinen Dank an die Handwerker: „Regionale Handwerksbetriebe haben zum Gelingen der Sanierung beigetragen. Die Arbeiten an einem historischen Gebäude dieser Größenordnung stellten die beteiligten Gewerke vor besondere Herausforderungen. Insbesondere die Arbeiten auf dem Dach bei Regen, Wind und winterlichen Bedingungen, aber auch bei sommerlicher Hitze verlangten den Handwerkerinnen und Handwerkern viel ab. Für Ihren unermüdlichen Einsatz unser herzliches Dankeschön!“

·         Historische Biberschwanzziegel wiederverwendet

Ein besonderer Schwerpunkt der Sanierung lag auf dem historischen Dach. Insgesamt wurden rund 50.750 Biberschwanzziegel aufgenommen, geprüft und größtenteils wieder auf dem Dach verlegt. Nur etwa 120 Quadratmeter mussten mit neuen Ziegeln ergänzt werden.

Die Wiederverwendung der vorhandenen historischen Ziegel ist nicht nur aus denkmalpflegerischer Sicht von besonderer Bedeutung. Sie trägt zugleich dem Gedanken der Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit Rechnung: Ein Großteil des vorhandenen Materials konnte erhalten und erneut verwendet werden.

·         Zehn Kilometer Dachlatten und 60.000 Nägel

Für die fachgerechte Dachkonstruktion wurden insgesamt rund 10 Kilometer Dachlatten eingebaut. Diese wurden mit rund 60.000 Nägeln befestigt. Eine zentrale Verbesserung stellt außerdem das neue Unterdach dar. Rund 18.000 Kilogramm Fichten-Rauspundbretter wurden verarbeitet. Die neue Konstruktion sorgt dafür, dass künftig weder Treibschnee noch Schlagregen in das historische Gebälk eindringen können. Damit wird die wertvolle historische Dachkonstruktion langfristig vor Feuchtigkeit geschützt.

Zusätzlich wurden rund 700 Quadratmeter wärmegedämmter Belag auf der obersten Geschossdecke im Dachraum eingebaut. Der ungeheizte Dachraum wurde damit energetisch sinnvoll vom darunterliegenden Schulbereich getrennt.

·         Fassadenarbeiten

Auch die Fassade wurde umfassend bearbeitet, denn bereits bei der Bestandsaufnahme waren Ausbrüche, Schadstellen und Risse festgestellt worden. Insbesondere die Gesimse wiesen einen entsprechenden Sanierungsbedarf auf. Im Zuge der Sanierung wurden die vorhandenen Steinmetz - Bauteile vollständig gesichert, überarbeitet und teilweise reprofiliert.

Besondere Aufmerksamkeit galt dabei dem historischen Kunststein. Bei den Bauteilen handelt es sich um einen frühen Kunststein der Firma Mall, der für das Erscheinungsbild des Gebäudes prägend ist. Ziel der Arbeiten war es, die historische Gestaltung nicht zu ersetzen, sondern die vorhandene Substanz möglichst weitgehend zu bewahren und fachgerecht instand zu setzen.

Die bestehenden Fenster wurden wärmetechnisch und schreinertechnisch überarbeitet, ergänzt und neu gestrichen.

Die Sanierungsarbeiten werden nach aktuellem Stand unter dem prognostizierten Kostenrahmen von brutto 1,64 Mio. Euro abgeschlossen. Damit wurde die historische Schule mit hoher handwerklicher Qualität, nachhaltigem Materialeinsatz und verantwortungsvollem Umgang mit den finanziellen Mitteln für die Zukunft gesichert.

Geschichtliches:

Die Heinrich-Feurstein-Schule zählt zu den markanten historischen Bauwerken Donaueschingens. Die Planungen für den Schulneubau reichen bis in das Jahr 1905 zurück. Unter der Leitung des damaligen Stadtbaumeisters Mack begannen 1906/07 die konkreten Planungen; im September 1907 wurde mit dem Bau begonnen. Nach Verzögerungen infolge des Stadtbrandes vom 5. August 1908, bei dem unter anderem bereits gefertigte Fenster zerstört wurden, konnte das neue Schulgebäude am 17. Mai 1909 feierlich eröffnet werden.

Die Baukosten beliefen sich seinerzeit auf rund 285.000 Mark. Über die Jahrzehnte wurde das Gebäude mehrfach angepasst und instandgesetzt. Unter anderem erfolgte 1980 eine Generalsanierung, 1990 wurde die Außenfassade renoviert und nach den Schäden durch Orkan Lothar Ende 1999 wurde das Dach Anfang 2000 instandgesetzt. Die nun abgeschlossene Maßnahme stellt einen weiteren wichtigen Schritt dar, um die historische Bausubstanz dauerhaft zu erhalten.

Sanierung_Heinrich-Feurstein-Schule_abgeschlossen

(v.l.) Oberbürgermeister Erik Pauly, Maik Friedrich vom städtischen Hochbauamt, Philipp Layer (Heinrich-Feurstein-Schule), Stadtbaumeister Christian Unkel und Tanja Raufer vom Architekturbüro gäbele & raufer vor der Heinrich-Feurstein-Schule.